Wenn Arbeit kein Müssen mehr ist
Wie Motivation entsteht, wenn wir aufhören uns anzutreiben

Dieser Blogartikel lädt dich dazu ein, einen ehrlichen Blick auf deine eigene Motivation zu werfen. Ich denke immer wieder über dieses Thema nach, denn in meiner Praxis FRAUENSTARK® erlebe ich viele sehr erschöpfte Frauen und da darf der Lebensbereich Arbeit natürlich nicht außer Acht gelassen werden. In den Therapie- sowie in Coachingsessions ist das Thema fast schon allgegenwärtig.
Also, schauen wir heute doch mal nicht auf das, was wir arbeiten, sondern auf das, warum wir arbeiten. In diesem Artikel geht es nicht etwa um Sinnhaftigkeit im Beruf oder den sogenannten heiligen Grund für das Arbeiten und Wirken. Das ist ein anderes, wertvolles und spannendes Thema, auf das ich ein andermal eingehen werde.
In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, aus welcher inneren Haltung heraus wir täglich leisten, entscheiden, funktionieren oder gestalten.
Meine zentrale These dazu lautet:
Im Grunde gibt es nur zwei Motivationen, aus denen wir arbeiten.
Und das ist entweder Angst oder Liebe. Bumm! Radikal oder?
Man könnte auch sagen, dass, wenn wir von einer der Energien eingenommen sind, wir nicht gleichzeitig im jeweils anderen Bewusstseinszustand sein können.
Doch aber können sich diese Bewusstseinsebenen auch abwechseln.
Wir können also nicht gleichzeitig aus Beiden heraus handeln.
Was das konkret bedeutet, wie sich diese Motivationen anfühlen und woran wir sie im Alltag erkennen können, darum geht es in den folgenden Zeilen.
Praxisbeispiel
Ein kleines, echtes Beispiel aus der Praxis FRAUENSTARK® soll den Einstieg erleichtern.
In der Arbeit mit einer selbstständigen Klientin habe ich einmal ein simples Angebot gemacht. Kein Tool, keine Analyse, keine Strategie. Nur eine Einladung zur Erfahrung. Ihr Unternehmen ist sehr idyllisch und dörflich gelegen.
Ich schlug ihr vor, in einer Pause den nächstgelegenen Feldweg entlangzuspazieren, bewusst in die Natur zu gehen, tief zu atmen, ja einfach loszulaufen. Raus aus dem Büro, raus aus dem inneren Karussell des Arbeitsalltags.
Kein Ziel, keine Strecke, keine Zeitvorgabe.
Meine Idee war folgende:
Sie sollte so lange laufen, bis sie nicht mehr das Gefühl hat, "zurückzumüssen" sondern erst dann umzukehren, wenn sie spürt, dass sie wirklich
zurückgehen will.
Wenn Freude auftaucht. Lust. Ein inneres Ja zur Arbeit.
In dem Moment, als ich das aussprach, wurde sie still. Dann kam eine Erkenntnis in ihr auf, klar, ehrlich, fast erschrocken. "Ich würde sehr weit laufen, Frau Hornung!" Das war ihre glasklare Einsicht.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl?
Vielleicht spürst auch du, dass ein Abstand, ein Weggehen, ein "Nicht-müssen" gerade sehr weit führen würde?Wenn das so ist, dann lohnt es sich, weiterzulesen.
Denn genau hier beginnt die Frage nach unserer Motivation und wie du sie switchen kannst.
Warum stehen wir morgens auf und gehen zur Arbeit?
Warum strengen wir uns an, geben unser Bestes, halten durch, selbst dann, wenn es anstrengend, monoton oder überfordernd wird? Viele von uns "quetschen regelrecht ihre Ressourcen aus"!
Aber die Frage nach der Motivation beschäftigt uns alle, egal ob wir angestellt, selbstständig, kreativ oder im sozialen Bereich tätig sind.
Unsere Motivation im Kern
Wenn man Motivation auf ihren Kern reduziert, lässt sich eine provokante, aber kraftvolle These formulieren.
Das ist meine Sichtweise und meine Erfahrung, persönlich sowie in zahlreichen Gesprächen mit Klienten und Patienten.
Im Grunde gibt es nur zwei grundlegende Motivationen, aus denen wir arbeiten.
Angst oder Liebe.
Es ist kein sanftes Sowohl- als- auch, sondern ein klares Entweder- oder. Und genau darin liegt eine große Erkenntnis über unser eigenes Arbeitsleben. Nehmen wir doch nun beide Motivationen mal genauer unter die Lupe und beginnen wir mit einer starken und oft zermürbenden Kraft, der Angst.
Arbeiten aus Angst. Der unsichtbare Antreiber?
Die meisten Menschen sind es gewohnt, aus Angst heraus zu arbeiten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Angst ist gesellschaftlich akzeptiert, oft sogar normalisiert. Sie tritt selten dramatisch auf, sondern schleicht sich leise in unseren Alltag.
Arbeiten aus Angst bedeutet nicht unbedingt, dass wir panische Furcht verspüren.
Viel häufiger zeigt sich Angst in subtilen Formen.
» Angst, nicht dazuzugehören
» Angst, nicht anerkannt zu werden
» Angst, finanziell unsicher zu sein
» Angst, zu scheitern
» Angst, nicht gut genug zu sein
» Angst, ersetzt oder überflüssig zu werden
uvm.
Kennst du diese typischen Merkmale?
Wenn wir aus der "Angstmotivation" heraus arbeiten, dann arbeiten wir, um etwas zu erreichen oder zu vermeiden. Wir leisten etwas, damit wir akzeptiert werden. Wir funktionieren, um unseren Platz in der Gesellschaft zu sichern. Wir machen Überstunden, um nicht als faul zu gelten. Wir passen uns an, um nicht anzuecken.
Beispiele für angstbasierte "Arbeitsmotivation" sind unter anderem:
» Arbeiten, um Lob vom Chef oder von Kollegen zu bekommen
» Arbeiten, um Kritik, Ablehnung oder Konflikte zu vermeiden
» Arbeiten, um finanziellen Druck zu reduzieren oder Armut zu verhindern
» Arbeiten, um Statussymbole zu erreichen und mithalten zu können
» Arbeiten, um Erwartungen der Familie oder Gesellschaft zu erfüllen
» Arbeiten, um sich selbst zu beweisen, dass man „wertvoll“ ist
Angst ist ein starker Motor. Sie kann uns diszipliniert, leistungsfähig und ausdauernd machen. Doch sie hat einen hohen Preis: Dauerstress, innere Anspannung, Erschöpfung und oft das Gefühl, nie wirklich anzukommen.
Denn Angst kennt kein „Genug“.
Selbst wenn ein Ziel erreicht ist, wartet schon die nächste Sorge.
Arbeiten aus Liebe. Die stille Kraft.
Im Gegensatz dazu steht die Motivation aus Liebe. Liebe meint hier nicht nur romantische Gefühle, sondern eine innere Verbundenheit, Freude und Sinnhaftigkeit.
Wenn wir aus Liebe arbeiten, tun wir etwas nicht, um etwas zu werden, sondern weil wir bereits in Verbindung sind mit uns selbst, mit anderen oder mit dem, was wir tun.
Arbeiten aus Liebe fühlt sich grundlegend anders an. Es ist weniger von Druck geprägt und mehr von innerem Antrieb. Zeit kann dabei in den Hintergrund treten, weil wir im Tun aufgehen.
Kennst du dieses wunderbare Flow- Gefühl?
Typische Merkmale vom Arbeiten aus Liebe! Lies` das hier besonders aufmerksam!
» Freude am Prozess, nicht nur am Ergebnis
» Interesse, Neugier und Begeisterung
» Der Wunsch, etwas Sinnvolles beizutragen
» Verbundenheit mit Menschen, Themen oder Werten
» Das Gefühl von Stimmigkeit und Authentizität
» Kostet gefühlt viel weniger Kraft und Disziplin
Beispiele für liebesbasierte Arbeitsmotivation sind:
» Arbeiten, weil man Freude an der Tätigkeit selbst hat
» Arbeiten, um anderen Menschen zu helfen oder sie zu unterstützen
» Arbeiten, weil man sich kreativ ausdrücken möchte
» Arbeiten, weil man an eine Vision oder Idee glaubt
» Arbeiten, weil man wachsen und lernen will
» Arbeiten, weil man etwas erschaffen möchte, das einen echten Wert hat
Wenn wir aus Liebe arbeiten, müssen wir uns nicht permanent beweisen. Fehler sind kein persönliches Versagen, sondern Teil des Lernprozesses. (Stichwort Wachstumsmindset!)
Anerkennung ist schön, aber nicht unbedingt notwendig. Die Motivation kommt von innen, nicht von äußeren Belohnungen oder Strafen. Man nennt sie auch intrinsische Motivation.
Kennst du den Pfad der geweiteten Handlung?
Ein besonders deutlicher Hinweis auf liebesmotiviertes Arbeiten ist das, was Eckhart Tolle grundlegend den Pfad der geweiteten Handlung nennt. Wenn wir aus liebevoller Hingabe heraus handeln, erweitert sich unser innerer Raum. Unsere Wahrnehmung wird weiter, unser Atem freier, unsere Entscheidungen weniger verkrampft. Wir haben das Gefühl, wählen zu können und nicht reagieren zu müssen.
Angst hingegen führt fast immer zu Verengung, Tunnelblick, Zeitdruck und innerer Getriebenheit. Alles wird zielorientiert, messbar und kontrolliert. Der nächste Schritt ist nur noch Mittel zum Zweck.
Der Pfad der geweihten Handlung zeigt sich dort, wo wir nicht ständig fragen:
Was bringt mir das? Oder was muss ich erreichen?
Sondern dort, wo wir beginnen zu spüren, wie sich dieser Moment anfühlt.
Prozessorientierung statt Zielbesessenheit
Lieben zu lernen bedeutet im Arbeitskontext auch, Prozessorientierung zu trainieren. Das ist kein einmaliger Entschluss, sondern eine innere Übung.
Wir sind es gewohnt, zu arbeiten, um etwas zu erreichen. Ja, Ziele sind wahrscheinlich wichtig. Ein Ergebnis, ein Zustand in der Zukunft zu erreichen. Man könnte diese Annahme allerdings in einem tieferen Sinne ganz radikal in Frage stellen. Doch Eines ist klar, liebesmotivierte Arbeit entsteht dort, wo der Prozess selbst wieder Wert hat und das geht nur durch unsere eigene Be- Wertung.
Wo wir nicht arbeiten, um endlich irgendwo anzukommen, sondern beginnen, im Tun selbst anzukommen, da entsteht Freude und Hingabe.
Schlüsselsätze für deinen Weg!
Arbeiten kann aus zwei grundlegend unterschiedlichen Quellen entstehen. Angst oder Liebe. Angst treibt uns an, um etwas zu werden oder zu sichern. Liebe bewegt uns, weil wir verbunden sind und etwas beitragen möchten.
Beides gleichzeitig ist nicht möglich.
Der Pfad der geweiteten Handlung ist die Rückkehr zudir selbst und zu der Erfahrung im gegenwärtigen Moment. Nichts kann uns so frei machen, wie die Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments, ohne zu hetzen.
Das bewusste Ankommen und das Gefül von Freude im gegenwärtigen Moment sind klare Hinweise auf liebesmotiviertes Arbeiten.
Und vielleicht beginnt echte Zufriedenheit im Arbeiten genau dort, wo wir den Mut finden, uns öfter für die Liebe zu entscheiden. Du bist Schöpfer*in. Du kannst jeden Tag neu entscheiden! Wähle bewusst.
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Alles Liebe, Deine Katharina.

















